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Missing Mars
(Shuttle) video
/ 30 min pyramidale
4, Festival für Neue Musik Berlin 2005
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4 Lautsprecher,
präparierter Videoprojektor, Audio-Verstärker, DVD- Player,
Computersteuerung und gesprochene Texte aus der „corrispondenza
su marte“, eine Sammlung von Briefwechseln zwischen Schiaparelli
und anderen Astronomen, von G.H.W. Bush (eh. Präsident, USA) und
Prof. Gerhard Neukum (Entwickler der HRSC-Kamera). |
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Die
Begrenzung der Erde und die Sehnsucht nach einem noch nicht vom Menschen
betretenen offenen Ort, mit der Absicht, diesen zu besetzen sind Thema
der Video-Klang-Installation Missing Mars (shuttle). Sie umfasst eine
visuelle sowie sprachliche Ebene.
Gesprochenen Textauszüge handeln von dem Versuch, einen fernen Planeten
räumlich zu erfassen, früher mit Hilfe des Teleskops, aufgezeichneter
Karten, Plänen und heute durch Fotos und Daten von mobilen Robotern.
Diese aus der Distanz vermittelten Informationen begleiten das Geschehen
im Bild. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen den Bildern und den gesprochenen
Texten. Zeitweise wirken diese untermalend, beschreibend, dann driften
beide wieder auseinander. Lücken entstehen, Unschärfen, in welche
die Zuschauer ihre eigenen Bilder projizieren können, über einen
noch nicht vom Menschen betretenen Ort und den Wunsch diesen zu erkennen.
Textbeispiele :
“Einen helleren Fleck am Pol, in der Mitte der Scheibe brauner
Schleier sind das Einzige was ich wahrnehmen kann.“ (E.von Lade
1888)
Das ist fantastisch, so als würde man mit einem niedrig fliegenden
Flugzeug über den Planeten blicken “(Prof. Gerhard Neukum
2004)
“Ewig trüber Himmel. So dass wir während 6 Wochen
kaum ein einziges mal die Sonne gesehen haben. Und doch, muss ich gestehen,
hat es mich frappiert dass ich nicht im Stande bin auch nur ein einziges
Objekt mit Sicherheit zu identifizieren“ (Otto Struve, 1888,
Astronom)
„Dieser Raum präsentierte sich in einer Neigung von etwa
40°; im Oktober war die Planeten-Atmosphäre von einer bewundernswerten
Klarheit, dass man die Flecken bis zum Rand sah; die 2 großen Inseln
von Thyle 1 und 2 waren vorteilhaft mit großer Sicherheit zu sehen:
wenn irgendein anderes Land in denselben Himmelsbreiten existiert hätte,
es hätte sich zu erkennen geben müssen. Auf der Südhalbkugel
sind die Marswolken seit Anfang September fast ganz verschwunden. Ich
kann nicht feststellen, ob unter den Nebelgebilden, die Niederungen bedeckend,
das Meer Mare Erythraeum liegt. Auf dem überschwemmten Land, das
NOACHIS heißt, sind die Nebel hartnäckig auf dem selben Platz
geblieben bis zum Dezember; ich war lange Zeit am Zweifeln, was ich mit
dieser weißen, sich verändernden und an den Rändern verfließenden
Masse tun sollte. Schließlich konnte ich sehen, dass sie zu einer
Untiefe gehören. Leider ist der Planet dermaßen entfernt, dass
man keine exakten Erhebungen machen kann.“ (Schiaparelli a
Struve, Milan, 4. Januar 1878)
Ich schlage einen langfristigen Plan vor: Und dann eine Reise ins
Morgen, eine Reise zu einem anderen Planeten.“ (Bush Senior
1989)
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